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Fachtag "Gesundheitspsychologie"
27. Mai 2009, Erfurt

 

Der Fachtag griff den Bedarf und die Notwendigkeit der in Gesundheitsförderung und Prävention Tätigen auf, profundere Erkenntnisse zu psychologischen Einflussgrößen auf das Gesundheitsverhalten zu gewinnen. Dieses Wissen bildet die Grundlage für das weitere Vorgehen der Arbeitsgruppen des Thüringer Gesundheitszieleprozesses.

Programmflyer

Beitrage der Referenten

Frau Prof. Dr. Irmtraut Beerlage, Hochschule Magdeburg-Stendal (FH)
"Theoretische Grundlagen der Gesundheitspsychologie"
Vortrag

Frau Prof. Dr. Constanze Winkelmann, SRH Fachhochschule für Gesundheit Gera
"Psychische Gesundheit"
Vortrag

Herr Dr. med. Thomas Ellrott, Universität Göttingen, Institut für Ernährungspsychologie
"Entwicklung des Essverhaltens im Kindesalter""
Abstract

Frau Prof. Dr. Petra Wagner, TU Kaiserslautern, FB Sportwissenschaft
"Bewegungspsychologie"
Vortrag

Frau Uta Maercker, Frau Constanze Planert (AGETHUR)
"Die Thüringer Gesundheitszielbereiche"
Vortrag

Fachtagung "Älter werdende Beschäftigte - (k)ein Gewinn für gesunde Unternehmen!?"

Am 05. November 2008 fand eine Fachtagung statt, die sich mit der Beschäftigungs- und Gesundheitssituation der künftig immer älter werdenden Arbeitnehmer auseinandersetzte.

Die Fachtagung richtete sich an Unternehmer, Personalverantwortliche, Betriebsräte und betriebliche Interessenvertretungen mit der Zielstellung, sie für eine altersgerechte Personalentwicklung und Arbeitsplatzgestaltung zu sensibilisieren. Eine Vorstellung von Handlungsfeldern und Initiativen sollte Anregungen geben und einem effektiven Transfer von Projekten in die Arbeitswelt dienen. Das Ziel ist eine Stärkung gesundheitsförderlicher Ressourcen älterer Arbeitnehmer.

Programm

Eröffnung der Tagung und Grußworte
Dr. Eva-Maria Hähnel, AGETHUR

Grußworte IKK Thüringen

Demographischer Wandel - Ansätze und Strategien
Prof. Dr. Husemann, Universität Erfurt

Älterwerden in Beschäftigung - Welchen Beitrag können Prävention undGesundheitsförderung leisten?
Dr. Tanja Hitzblech, Charitè Berlin

Maßnahmenplanung und Instrumente zur Förderung älterer Arbeitsnehmer
Dipl.päd. Astrid Rimbach, Universität der Bundeswehr Hamburg

Thüringer Netzwerk Demographie - Genese und Ziele
Roswitha Weitz, Insitut der Wirtschaft Thüringens GmbH

Demographiefeste Personalarbeit
Dr. Martin Lampert, Nina Weigelt, Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft

Work Ability Index (WAI)
Alexander Kühl, Institut für Sozialökonomische Strukturanalysen (SÖSTRA) Berlin

Leonardo da Vinci-Projekt - Altersgerechte Personalentwicklung undArbeitsplatzgestaltung
Martina Kattein, Universität Erfurt

Moderation: Doris Voll, Organisationsberaterin, Jena

Die Fachtagung wurde durch das Thüringer Ministerium für Soziales, familie und Gesundheit und durch die IKK Thüringen gefördert.

Projekt "Lebens(t)raum Schule – Gesundheitsförderung als Chance zur Schulentwicklung"

Zeitraum
1995 thüringenweite Konferenz als Auftaktveranstaltung für jährlich stattfindende Regionalkonferenzen als Weiterbildungsmöglichkeit für Pädagogen

Partner/Vernetzung
Thüringer Kultusministerium; Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien, Schul- und Gesundheitsämter, Vereine und Verbände des Landes und der Regionen, Krankenkassen

Zielgruppen
PädagogInnen aller Schularten, regionale SozialarbeiterInnen, Partner aus der Jugendhilfe, Eltern- und Schülervertreter, SchulamtsmitarbeiterInnen, Schulträger und regionale Partner

Projektziele

› Ganzheitliche und fächerübergreifende Einbindung des Themas Gesundheitsförderung in den Lern- und Erlebnisraum Schule
› Anregung der Gesundheitsförderung als ein fächerübergreifendes Thema zur Schulentwicklung
› Förderung des Erfahrungsaustausches, um Schule "lebenswerter" zu gestalten

Umsetzung

› eintägige Konferenz mit Eröffnungsrede und Einführungsreferat
› Angebot verschiedener Arbeitsgruppen zu u.a. folgenden Themen:

Streßbewältigung für PädagogInnen und SchülerInnen, Gewaltprävention - Ursachen und Handlungsmöglichkeiten, Sexualpädagogik und AIDS-Prävention, Suchtprävention und Erlebnispädagogik, Gesprächsführung und Konfliktbewältigung, Projektorganisation, Moderationsmethoden, Gesunde Ernährung, Bewegung und Schule, Lebensraum Schule und Schulklima, Zeitmanagement

› Rahmenprogramm, Ausstellungen, "Markt der Möglichkeiten"

Ergebnisse

› Durchführung von 7 Regionalkonferenzen, jeweils gebunden an ein Staatliches Schulamt Thüringens
› Teilnahme von ca. 120-150 PädagogInnen aller Schularten je Konferenz
› Vernetzung: Darstellung von Angeboten regionaler Partner zum Thema "Gesundheitsförderung in Schulen" Dokumentation und Evaluation der Projekte
› Dokumentation und Evaluation der Projekte
haehnel(at)agethur.de

"Kids for Kids" ­ Projekt zur ganzheitlichen Suchtprävention und Entwicklung von Lebenskompetenz

Im Jahr 1993 wurde das Peer-education Modellprojekt „kids for kids“ entwickelt. Dieses Pro-jekt konnte bis zum Jahr 2003 in über zehn verschiedenen Landkreisen und kreisfreien Städten Thüringens umgesetzt werden. Hauptziel des Peereducation Projektes bestand in der Suchtprävention und der Förderung von Lebenskompetenzen bei Kindern und Jugendlichen. Derzeit wird das langjährig erprobte Projekt als eigenständiges Trainingsprogramm in die Praxis getragen. Es entstand basierend auf den Erfahrungen aus dem „kids for kids“ Projekt ein Handmaterial.

zum Handmaterial

Das Projekt wurde für Heranwachsende im Alter von 12 bis 16 Jahren konzipiert.  Diese Ziel-gruppe befindet sich in einer Lebensphase, in der zahlreiche Entwicklungsaufgaben bewältigt werden müssen. Die wesentliche Aufgabe ist die Herausbildung einer eigenen Identität, was besonders in der heutigen Gesellschaft, die geprägt ist durch vielfältige Möglichkeiten der Individualisierung des Einzelnen, eine große Herausforderung darstellt.

Der Heranwachsende benötigt für die Bewältigung der an ihn gestellten Anforderungen per-sonale und soziale Ressourcen, wie zum Beispiel kommunikative Kompetenzen, angemessene Konfliktlösungsstrategien, ein gut ausgebildetes Selbstwertgefühl und soziale Unterstützung. Mangelt es an entsprechenden Ressourcen, können erlebte Stresszustände nicht zufriedenstel-lend bewältigt werden. Gerade in der Phase der Jugendzeit, die häufig durch entwicklungsbegleitendes Risikoverhalten geprägt ist, besteht die Gefahr, dass die Einnahme von Drogen und/oder Gewaltanwendung als Ausweg genutzt wird.

„Kids for Kids“ ist ein primär-präventiv konzipiertes Projekt. Es zielt darauf, die bereits vor-handenen Ressourcen von Heranwachsenden zu stärken, um damit einen Beitrag zu leisten, Krankheiten zu verhindern. Es ist nicht geeignet für Kinder und Jugendliche, bei denen bereits manifeste gesundheitsschädigende Verhaltensweisen und Lebensstile vorliegen.

"Gesunde Kindertagesstätte erleben und gestalten"

Zeitraum
seit 1999 Umsetzung in Kindertagesstätten in verschiedenen Regionen Thüringens

Partner/Vernetzung
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Sektion Thüringen), Landessportbund Thüringen, PRO FAMILIA Weimar, Verein Arbeit für Frauen e.V. Erfurt, Thüringische Krebsgesellschaft e.V., Johanniter Unfallhilfe Weimar, Frau Schippel, Weimar, Studierende von Hoch- und Fachhochschulen, Träger von Kindertagesstätten, Thüringer AIDS-Prävention, Suchtberatungsstellen Thüringens

Zielgruppen
Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte

Projektziele
› Förderung eines eigenverantwortlichen und bewussten Umgangs der Kinder mit sich selbst und mit ihrer Umwelt
› Integration der Gesundheitsförderung in den Lern- und Erlebnisraum von Kindertagesstätten
› Einbeziehung des Settings "Elternhaus"
› Kooperation und Erfahrungsaustausch von pädagogischen Fachkräften unterschiedlicher Einrichtungen
› Langfristige Übertragung des Projektes in angrenzende Grundschulen und Kindertagestätten
› Fort- und Weiterbildung von ErzieherInnen zu Themen der Gesundheits-förderung
› Integration dieser Themenbereiche in die Ausbildung der ErzieherInnen

Umsetzung
› 7 Themenbausteine:

"Ernährung, Umwelt, Zahngesundheit",
"Bewegung, Sport und Spiel",
"Was Hänschen nicht lernt..." – Suchtprävention,
"Hauen ist doof" – Gewaltprävention,
"Der kleine Unterschied" – Sexualpädagogik,
"Erste Hilfe – Fit für den Notfall" und
"Move it – Mobilitätstraining zur Kindersicherheit"

› Vor- und Nachbereitung durch ErzieherInnen in Zusammenarbeit mit den Eltern
› Methoden der Umsetzung: Selbsterfahrungsspiele, Interaktionsspiele, Rollenspiele, Puppentheater, erlernen gesundheitsfördernder Fähigkeiten und Spielfeste

Ergebnisse
› Durchführung in 23 Kindertagesstätten Thüringens
› Bisher wurden ca. 860 Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren erreicht
› Einbeziehung des Settings "Elternhaus"
› Bereitstellung von Arbeitsmaterialien zur selbstständigen Weiterführung und Ergänzung der Themen in den KITAs
› Dokumentation und Evaluation der Projekte

Gesundheitsförderung für Frauen

Nachdem 1998 mit einer thüringenweiten Frauenkonferenz Impulse zur Verbesserung der Lebensqualität von Frauen gesetzt und Aspekte und Potentiale von Frauengesundheit bewußt gemacht wurden und somit der Partizipationsgedanke in der Gesundheitsförderung angeregt werden konnte, führt die AGETHUR jährlich eine regionale Angebotsmesse für Frauen durch. Die AGETHUR arbeitet im landesweiten Arbeitskreis "Frauengesundheit" des Landesfrauenrates Thüringen e. V. mit.

Nachbereitung der 3. Fachtagung des Landesfrauenrat Thüringen e.V. zum Thema "Frauen und Sucht" am 20. April 2009.

 

Frauenprojekt "Öffentlichkeitsarbeit und Selbstwertstärkungstraining"

Zeitraum
seit 1994 ein Projekt pro Jahr in Landkreisen und Städten Thüringens

Partner/Vernetzung
Gesundheitsämter, Gleichstellungsbeauftragte, Frauenvereine und –verbände der Region, PsychologInnen, Arbeitslosenverbände

Zielgruppen
Frauen aller Altersgruppen, insbesondere arbeitslose Frauen; Frauenvereine und –verbände; interessierte Männer; KommunalpolitikerInnen
 
Projektziele
› Bekanntmachung regionaler Kommunikations- und Beratungsmöglichkeiten
› Vermittlung gesundheitsrelevanter Informationen
› Stärkung des Selbstwertgefühls und Durchsetzungsvermögen von Frauen
› Sensibilisierung der Frauen für ihre eigene Lebensplanung und –gestaltung
› Bewusstmachen der eigenen Bedürfnisse und Lebensansprüche
› Vermittlung von Durchsetzungsstrategien und Problemlösetechniken
› Vermittlung von Entspannungsmöglichkeiten

Umsetzung
Durchführung einer Angebotsmesse mit Vorträgen unter Einbeziehung der KommunalpolitikerInnen
Durchführung eines Trainings zur Selbstwertstärkung von Frauen in Städten und Landkreisen Thüringens

Ergebnisse
Durchführung von bisher 8 Projekten in verschiedenen Regionen Thüringens
Motivation der regionalen Anbieter zu weiteren Veranstaltungen
Umfangreiche Medienberichterstattung

Dokumentation und Evaluation der Projekte
haehnel(at)agethur.de

Projekt "Aktive Generation 55 Plus" – Konferenz "Den Jahren Leben und Gesundheit geben"

Seniorenkabarett "Die Spitzenpensionäre" im Rahmenprogramm der Konferenz 2003

Zeitraum
1999 Erste thüringenweite Konferenz als Auftaktveranstaltung im Internationalen Jahr der Senioren in Erfurt
2003 Zweite Konferenz in Erfurt

Partner/Vernetzung
Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Landesseniorenvertretung Thüringen, Landsenioren, Seniorenbüros, Schutzbund der Senioren und Vorruheständler Thüringen, freie Träger, Krankenkassen, Interessenverbände

Zielgruppen
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Seniorenarbeit

Projektziele
› Sensibilisierung der Akteure der Seniorenarbeit für Gesundheitsförderung und › Prävention
› Vermittlung gesundheitsrelevanter Informationen
› Förderung regionaler und landesweiter Vernetzung

Umsetzung
› eintägige Konferenz mit Eröffnungsrede und Einführungsreferat
› Angebot unterschiedlicher Workshops zu u.a. folgenden Themen:

Ressourcenorientierter Ansatz:
            - Ernährung
            - Sport/Bewegung

Bildung/Kultur Betriebliche Gesundheitsförderung:
            - Mentales Training und aktives Altern
            - Zeitmanagement in der Pflege
            - Anti-Bournout-Training Umgang mit Menschen in besonderen

Lebenslagen:
            - Alzheimer und andere Demenzformen
            - Hilfen bei der Sterbebegleitung

› Rahmenprogramm, Ausstellungen, "Markt der Möglichkeiten"

Ergebnisse
› Teilnahme von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der offenen Altenarbeit und der des stationären und ambulanten Bereiches an den Konferenzen
› Vernetzung durch Angebotsdarstellung thüringenweiter Partner zum Thema "Seniorengesundheit"
›Dokumentation und Evaluation der Projekte

Projekt "Aktive Generation 55 Plus" – Gesundheitstag

Zeitraum
seit 2001 Durchführung von Seniorengesundheitstagen in Landkreisen und Städten Thüringens

Partner/Vernetzung
Gesundheits- und Sozialämter, Seniorenbüros, Krankenkassen, freie Träger, Interessenverbände

Zielgruppen
BürgerInnen, die kurz vor dem Ruhestand stehen; Arbeitslose der Altersgruppe 55 Plus; SeniorInnen; MultiplikatorInnen; am Thema interessierte BürgerInnen

Projektziele

› regionale Impulsgebung
› Vermittlung gesundheitsrelevanter Informationen
› Erhöhung der öffentlichen Wahrnehmung von regionalen Strukturen und Angeboten
› Förderung regionaler Vernetzung der unterschiedlichen Anbieter

Umsetzung
› Angebotsmesse
› Vorträge und/oder thematische Workshops zu u.a. folgenden Themen:

Arbeitszeitmodelle, Altersübergangsregelungen, Beschäftigungs- und Qualifizierungsmodelle der Arbeitsloseninitiative Thüringen, Anderen helfen – ehrenamtliche Arbeit, Hilfe und Selbsthilfe, Wandel in der Ernährung, Körper und Geist in Bewegung, Suchtprävention, Zärtlichkeit, Liebe, Partnerschaft und Sexualität, Gewaltprävention (in Öffentlichkeit und Familie), Vorstellen generationsübergreifender Wohnmodelle (Seniorenheim/Kindertagesstätte), Wohnen im Alter, Betreuungsmodelle, Lernen hält jung (Gehirntraining, Seniorenstudium, Volkshochschule), Hospizbewegung, Wie gehe ich mit dem Älterwerden meiner Eltern um?, Einsamkeit und Depression (Wie kann ich mich engagieren? Sinnfindung, Hobbys), Neue Technologien und Medien – Chancen oder Hürden?, Grenzen der Selbstbestimmung, Inkontinenz im Alter – ein Tabuthema?

Ergebnisse
› Vernetzung regionaler Partner
› umfangreiche Medienberichterstattung
› Dokumentation und Evaluation der Projekte

Projekt: "Rauchfrei für mein Baby"

Plakat "Rauchfrei für mein Baby"

Laut einer repräsentativen Umfrage zum Nikotinkonsum in der Bevölkerung ist das Rauchverhalten besonders junger Frauen besorgniserregend. Untersuchungen des Bremer Instituts für Präventivforschung und Sozialmedizin (BIPS) zeigen, dass 36 % der Frauen zu Beginn der Schwangerschaft zur Zigarette greifen. Erhebliche Unterschiede bestehen zwischen den Altersgruppen. Von den Schwangeren, die jünger als 25 Jahre sind, raucht jede zweite Frau in der Frühphase der Schwangerschaft. Bei dieser Gruppe ist der tägliche Zigarettenkonsum besonders hoch. Eine Thüringer Perinatalerhebung aus dem Jahr 2000 (3. Gesundheitsbericht) ergab, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Höhe des Zigarettenkonsums und den Risiken, ein untergewichtiges Kind zu gebären, besteht. Ebenso deutlich reduziert sich bei Raucherinnen die durchschnittliche Schwangerschaftsdauer. Rauchen stellt einen der Hauptfaktoren für die Mangelversorgung des Ungeborenen im Mutterleib dar.

Bei Raucherinnen, die bis zu 10 Zigaretten täglich konsumieren, werden bei den Neugeborenen Merkmale der Unreife doppelt so häufig diagnostiziert, bei starken Raucherinnen sogar viermal so häufig, als bei Nichtraucherinnen. Auswertungen der Perinatalerhebung belegen des weiteren, dass Rauchen während der Schwangerschaft die Totgeburtenrate erheblich beeinflusst. Das Risiko des Plötzlichen Säuglingstods wird auch hier mit dem Rauchen in Zusammenhang gebracht. Für viele Frauen und ihre Partner ist die Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes Anlass, über ihr Gesundheitsverhalten nachzudenken und es zu verändern. Ein Teil der werdenden Mütter reduziert in den ersten drei Monaten ihren Tabakkonsum, bzw. hört mit dem Rauchen zunächst auf. Zum Zeitpunkt der Geburt greift noch etwa jede vierte Schwangere zur Zigarette. Etwa 50 % der Frauen, die auf den Zigarettenkonsum verzichtet haben, werden in den ersten Monaten nach der Geburt wieder rückfällig. Neben dem Aktivrauchen wirkt sich auch das Passivrauchen schädigend auf das Ungeborene aus. Da das Thema Rauchen ein gesellschaftliches Problem darstellt, ist der Freistaat Thüringen bestrebt, durch sein landesweites Nichtraucheraktionsprogramm dem vermehrten Tabakkonsum gegenzusteuern. Mit dem Projekt "Rauchfrei für mein Baby" beteiligt sich die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. -AGETHUR- an diesem landesweiten Aktionsprogramm.

Zeitraum
2002, 2003 und 2005 Workshops in Erfurt, Gera und Jena
2004 und 2006 Fachtagung in Erfurt

Partner/Vernetzung
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Verband der Angestellten Krankenkassen und Arbeiterersatzkassenverband Landesvertretung Thüringen, Landesärztekammer Thüringen, Kassenärztliche Vereinigung Thüringen, AWO-Landesverband Thüringen, Berufsverband der Frauenärzte Thüringens, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Landesverband Thüringen, Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald, Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Hebammenlandesverband Thüringen, Charite Berlin

Zielgruppen
Frauenärzte, Kinder- und Jugendärzte, Schwangerschafts(konflikt)beraterinnen, Hebammen

Projektziele
› Förderung der Gesundheit für Mutter und Kind durch erfolgreiche Beratung zum Nichtrauchen
› Aufklärung über die gesundheitsschädigenden Konsequenzen des Passivrauchens für Säuglinge und Kleinkinder

Umsetzung
› Vorstellen des Beratungsleitfadens "Rauchfrei in der Schwangerschaft" der BZgA
› Vermittlung von Umsetzungsstrategien im Beratungsalltag
› Training zur Motivierenden Gesprächsführung "Strategien und Hilfen bei der Raucherentwöhnung"

Ergebnisse
› Durchführung von 3 Workshops für Frauenärzte sowie Kinder- und Jugendärzte Thüringens
› Bereitstellung des Beratungsmanuals zur Förderung des Nichtrauchens bei Schwangeren der BZgA für Akteure als Thüringen
› Durchführung je einer Fachtagung für Schwangerschafts(konflikt)beraterinnen und Hebammen Thüringens mit Training zur motivierenden Gesprächsführung
›Dokumentation und Evaluation der Veranstaltungen