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Von Anfang an: bereichsübergreifende Vernetzung in der Kommune bereits in der Ausbildung mitdenken

In einer sich stets wandelnden und arbeitsorientierenden Gesellschaft ist das Hauptgerüst des  Menschen das größte Gut, das zu wahren ist: Die Gesundheit.

Am 24.05.2017 hatten die Auszubildenden der Berufsschulklasse VFA 15 im Marie-Seebach-Stift die Möglichkeit, an einem sehr lehrreichen und informativen Workshop zum Thema „Vernetzungsarbeit- Netzwerkmoderation in der Kommune“ teilzunehmen.

Initiiert  wurde dieses Projekt durch die  Berufsschullehrerin Frau Birgit Raebel. Bereits im letzten Jahr wurde durch sie dieses Projekt zusammen mit den Projektleiterinnen Carolin Voigt und Constanze Planert in der Friedrich-Justin-Bertuch-Berufsschule ins Leben gerufen. Durch das erneute Engagement der Seminarleiterinnen von der AGETHUR - Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e. V. hatten auch die diesjährigen Auszubildenden die Möglichkeit, Teil des Projektes zu werden.

Die AGETHUR als Interessenvertreter für Gesundheitsförderung und Prävention hat es sich zum Ziel gesetzt, sowohl die Gesundheit als auch die Lebensbedingungen der Thüringer Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Konkret bedeutet dies die Entwicklung, Erprobung und Evaluation von Modellprojekten sowie die Erarbeitung von Konzeptionen und Medien für die Gesundheitsförderung.

Um einen imposanten Einstieg in das Projekt zu finden, wurde zunächst spielerisch eine Vorstellungsrunde getätigt. Im Anschluss daran sollte sich jeder der Teilnehmer eine auf dem Boden befindliche Fotografie heraussuchen und seine Assoziationen zum Thema körperliche, geistige und seelische Gesundheit sowie Gesundheitsförderung den übrigen Teilnehmern mitteilen. Bei diesem Gedankenaustausch wurde deutlich, welche weitreichende Bedeutung der Begriff Gesundheit innehat. Nicht nur Möglichkeiten zur Stressbewältigung, sondern auch die Freude am Leben sowie eine ausgewogene, gesunde Ernährung und Sport standen für die Teilnehmer im Mittelpunkt einer gesunden Lebensweise.

Weiterhin wurde in diesem Zusammenhang die Frage geklärt, welche Einflussfaktoren in der heutigen Gesellschaft unsere Gesundheit schädigen könnten. Gerade durch die äußeren und inneren Stressfaktoren müssen Körper,  Geist und Seele gestärkt, gefördert und geschützt werden, denn sie bilden das Fundament einer gesunden Gesellschaft.

Nach einem von den Seminarleiterinnen zusammenfassenden theoretischen Teil wurde eine themenspezifische Gruppenarbeit durchgeführt. Dabei wurden die Teilnehmer in Gruppen eingeteilt. Anhand von vorbereiteten Bildern aus den Kinderbüchern „Wimmelbücher“ sollten Bereiche in den Behörden – Stadtverwaltungen und Landratsämter - herausgearbeitet werden,  in denen das Thema Gesundheit ebenfalls zum Tragen kommt. An dieser Stelle konnten die Teilnehmer ihre praktischen Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag in das Projekt einfließen lassen. Im Ergebnis wurde festgestellt werden, dass jedes Amt, sei es nun das Umwelt- oder das Bauamt, einen großen Beitrag für die Gesundheitsförderung und Gesundheitsprävention in einer Kommune leistet.

Im Anschluss an diese Aufgabe wurden vier Plakate mit unterschiedlichem Inhalt auf dem Boden ausgebreitet: Lebensweise, System und Struktur, Denkweise, Kultur und Beziehung. Jeder Projektteilnehmer sollte sich zu dem Plakat stellen, mit dessen Inhalt er sich am besten identifizieren konnte. Dabei stellte sich heraus, dass jeder der Teilnehmer eine andere Sichtweise zum Thema „Gesundheit“ und „Gesunde Kommune“ hatte. Es entstanden angeregte Diskussionen mit verschiedenen Argumentationssträngen. Letztlich waren sich die Teilnehmer einig, dass es keine richtige oder falsche Argumentationsseite gibt, sondern nur das Zusammenspiel aller Faktoren eine gesunde Kommune herbeiführen kann.

Die andere Art und Weise des Unterrichts wurde von den Projektteilnehmern mehr als dankbar angenommen. Der rege Erfahrungsaustausch, herausgelöst aus dem schulischen Umfeld, war für uns nicht nur in Hinblick auf das Thema Gesundheitsförderung und Prävention sehr wertvoll, sondern leistete auch einen großen Beitrag als teambildende Maßnahme. Wir haben uns einfach einmal anders als an „normalen“ Schultagen erlebt und waren positiv überrascht, dass wir uns auf vielfältige Art und Weise mit unseren Meinungen zum Thema Gesundheit einbringen konnten. Zwischendurch gab es auch viele lustige Momente, die immer wieder für Auflockerung sorgten.

Am Ende des Workshops stand für die Teilnehmer der Klasse VFA 15 die Erkenntnis, dass das Thema Gesundheit nicht nur den Einzelnen betrifft, sondern ein gesellschaftliches Thema sein muss. Wir leben in einer sich wandelnden Gesellschaft, in der sich der Einzelne für die wichtigen Dinge, wie die eigene Gesundheit, wenig Zeit nimmt. Diese jedoch bildet das Fundament für eine starke Gesellschaft und muss für das eigene Leben eines jeden Menschen Berücksichtigung finden als auch im kommunalen Umfeld. Die Kommune setzt Rahmenbedingungen für ein gesundes Leben zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger in den Kommunen und Landkreisen. Dafür sind Netzwerke unerlässlich.  Die meisten Auszubildenden nahmen sich vor, das „im Team arbeiten bringt uns schneller voran als allein“ in der Praxis künftig noch verstärkter einzubringen und zu beachten.


Jennifer Bartsch und Belinda Rohne, VFA 15 der Friedrich-Justin-Bertuch-Berufsschule in Weimar

4. Treffen des Netzwerkes „Gesunde Kommune“ in Gera am 18.05.2016

Foto Stadt Gera/CHeinrich

Das Netzwerk „Gesunde Kommune“ in Gera beschäftigt sich seit seiner Gründung im November 2014 mit der Vernetzung von Akteuren und Institutionen aus dem Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich. Das Netzwerk hat zum Ziel, die Gesundheit der Geraer Bevölkerung zu fördern. Neben dem Informationsaustausch ist die Sammlung von vorhandenen Angeboten, Programmen und Akteuren zentrales Ziel der Netzwerkpartner. Am 18. Mai 2016 trafen sich die Netzwerkpartner nun bereits zum vierten Mal, um eine Strategie zu entwickeln, wie Angebote zur Stärkung der Gesundheit der breiten Öffentlichkeit besser zugänglich gemacht werden können.

Pressemitteilung

 

 

„Starke Netzwerke – Gesunde Kommunen“ Thüringer Modellregionen im Erfahrungsaustausch vom 26. bis 27. April 2016 im Augustinerkloster Erfurt

Der Aufbau einer kommunalen Strategie zum Thema Gesundheit ist vergleichbar mit der Erforschung der Antarktis. Man findet selten Mitstreiter, die sich freiwillig einer langen und beschwerlichen Reise in unwegsame Gebiete anschließen und selbst bei frostigen Temperaturen das innere Feuer der Motivation am Lodern halten. Doch die Expedition lohnt sich, denn am Ziel wartet die einzigartige Schönheit einer Landschaft aus Eis und Gletschern in einer völlig intakten Natur – oder eben ein gesundes und glückliches Leben in der Kommune.

In Thüringen beschäftigen sich aktuell seit mehreren Jahren vier Modellkommunen mit dem Aufbau einer integrierten Strategie zur Förderung der Gesundheit in der Kommune. Um bisherige Prozessschritte zu reflektieren und kritische Punkte überwinden zu können, trafen sich Gesundheitsfördernde aus den Modellregionen Stadt Weimar, Wartburgkreis und Stadt Gera zur „Klausur“ vom 26. bis 27. April 2016 im Ambiente des Augustinerklosters in Erfurt. Gemeinsam wurden Probleme erfasst sowie analysiert und der Blick auf zukunftsorientierte Lösungen und deren Auswirkungen gelenkt. Das Kloster wurde schnell zu einem Ort der Besinnung und Zuversicht, da der Verwaltungsalltag Pause hatte und Zeit zur Bündelung der Gedanken war. Alle Teilnehmenden empfanden den offenen, konstruktiven Austausch als sehr gewinnbringend und anregend. 

Das zweitägige Austauschtreffen wurde durch die freundliche Unterstützung der Technikerkrankenkasse über den bundesweiten Partnerprozess „Gesundheit für alle“ des Kooperationsverbundes „Gesundheitliche Chancengleichheit“ (unterstützt durch die BZgA) möglich gemacht.

Über Ämterstrukturen hinaus – Gesundheitsförderung von Anfang an mitdenken

Die Berufsschulklasse VFA 14 aus Weimar
Die wichtigsten Aspekte für Ihren Berufsalltag in Thüringer Kommunalverwaltungen

Modul „Vernetzungsarbeit – Netzwerkmoderation in der Kommune zum Thema Gesundheit“ für auszubildende Verwaltungsfachangestellte am 20. April 2016 in Weimar

Bereichsübergreifendes Denken ist die Voraussetzung, um das Thema „Gesundheitsförderung“ in der Kommune bearbeiten und gestalten zu können. Da jeder Beruf und jede Abteilung einer kommunalen Verwaltung unterschiedliche Gesetzmäßigkeiten und Handlungslogiken mit sich bringen, benötigt es jede Menge Austausch, um sich einem Querschnittsthema wie „Gesundheitsförderung“ anzunähern. Denn Gesundheit berührt alle Bereiche des täglichen Lebens – und somit auch jeden Verwaltungsbereich in einer Kommune.

Um möglichst frühzeitig den übergreifenden Gedanken der Gesundheitsförderung in einer Kommune als Verwaltungseinheit platzieren zu können, wurde der Arbeitsbereich „Kommunale Gesundheitsförderung“ der AGETHUR am 20. April 2016 in die Staatliche Berufsbildende Schule für Wirtschaft, Verwaltung und Ernährung "Friedrich Justin Bertuch" nach Weimar eingeladen. In einem eintägigen Workshop tauschten sich die zukünftigen Verwaltungsfachangestellten über Gesundheitsförderung und deren Gestaltung in der Kommune aus. In den Mittelpunkt rückte dabei die Bedeutung eines übergreifenden Netzwerkes, welches die Aktivitäten einzelner Arbeitsgruppen zusammenführt. Auf spielerische Art erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler die Aufgabenverteilung in einem Netzwerk und die Rolle eines Netzwerkkoordinators. Am Ende des Tages hoben die Berufsschülerinnen und -schüler besonders die Vielfalt an gesundheitsfördernden Faktoren und die Bedeutung einer gelingenden Kommunikation in der Netzwerkarbeit hervor.

Neben inhaltlichem Know How trug der interaktive Tag dazu bei, die Berufsschulklasse als Team zu stärken und den Austausch untereinander zu fördern. Zukünftig sollen noch mehr angehende Verwaltungsfachangestellte für das Thema „Kommunale Gesundheitsförderung“ sensibilisiert und damit das bereichsübergreifende Denken in den kommunalen Verwaltungen gestärkt werden.

Eine Einschätzung des Tages aus Sicht der Berufsschüler

 

 

Bürgerinnen und Bürgern in Gera eine Stimme geben - Workshop „Bürgerbeteiligungsverfahren und ihre Umsetzung für eine gesunde Kommune Gera“ am 08.04.2016

Teilnehmer des Workshops zu Bürgerbeteiligungsverfahren am 8. April 2016 in Gera (Foto Stadt Gera/CHeinrich)

Das sektorenübergreifende Netzwerk „Gesunde Kommune“ in Gera beschäftigt sich seit seiner Gründung im November 2014 mit der Vernetzung von Akteuren und Institutionen aus dem Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich zur Förderung der Gesundheit der Geraer Bevölkerung. Neben dem Informationsaustausch ist die Sammlung von vorhandenen Angeboten, Programmen und Netzwerken zentrales Ziel der Netzwerkpartner. Um die breite Angebotspalette auf die Wünsche und Bedarfe der Nutzerinnen und Nutzer abstimmen zu können, ist deren Meinung nun gefragt.

Damit Bürgerinnen und Bürger an der Gestaltung der Gesundheit in der Kommune teilhaben können, muss zunächst ein Handlungsspielraum geschaffen und Möglichkeiten zur Beteiligung geplant werden. Um einen Einblick in die vielfältigen Methoden der Beteiligungsverfahren (partizipative Verfahren) zu erlangen, unterstützte das nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung GmbH aus Berlin die Geraer Fachkräfte am 8. April 2016 mit dem eintägigen Workshop „Bürgerbeteiligungsverfahren und ihre Umsetzung in Gera für eine gesunde Kommune“. In seinen Kernkompetenzen ist das nexus Institut besonders auf die Beteiligung von sozial benachteiligten Menschen spezialisiert, welche sich schwierig für Entscheidungsprozesse gewinnen lassen. Ziel des Workshops war es gemeinsam zu erarbeiten, wie verschiedene Zielgruppen an der Gestaltung von gesundheitsfördernden Angeboten beteiligt werden können.

Das Vorhaben „Bürgerbeteiligung in Gera“ wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unterstützt. Dem Workshop wird im Herbst ein weiterer folgen, um eine konkrete Strategie zur Beteiligung der Geraer Bevölkerung zu entwickeln.