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Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit

Sozial benachteiligte Personen weisen ungünstige Gesundheitschancen auf. Dies trifft für alle Altersstufen und für fast alle Krankheiten zu. Armut steht nicht ursächlich mit Krankheit im Zusammenhang. Die Lebensbedingungen (soziogenetische Risikobedingungen – materielle und psychosoziale Belastungen) der Betroffenen, das hieraus resultierende Gesundheitsverhalten und eine schlechtere medizinische Versorgung wirken als Wege von sozialer Ungleichheit zur sozialen Ungleichheit von Gesundheitschancen. Soziale Ungleichheit zieht sich als Gefälle durch alle sozio-ökonomischen Schichten und ist nicht nur ein Unterschied zwischen arm und reich. Die Gesundheit sozial benachteiligter Menschen ist deutlich schlechter und ihre Lebenserwartung bei Männern um bis zu 10 Jahre (5 Jahre bei Frauen) niedriger im Vergleich mit sozial besser gestellten Menschen. Sozial benachteiligte Personengruppen nehmen von sich aus gesundheitsfördernde Angebote seltener in Anspruch (Präventionsdilemma). Ursachen hierfür liegen nicht primär in der Person an sich, sondern vielmehr in den strukturellen Rahmenbedingungen dieser Angebote (Komm-Struktur, Stigmatisierung, Kosten). Mit dem in der Gesundheitsförderung propagierten Setting-Ansatz wird diesem „Dilemma“ entgegengewirkt. Angebote zur Gesundheitsförderung werden in die Lebenswelten der Menschen integriert, um einen niedrigschwelligen Zugang zu entsprechenden Angeboten zu ermöglichen.

Die Koordinierungsstelle „Gesundheitliche Chancengleichheit“ ist Teil des bundesweiten Kooperationsverbundes „Gesundheitliche Chancengleichheit“


Die Arbeit der Koordinierungsstelle „Gesundheitliche Chancengleichheit“ ist eingebettet in den Thüringer Gesundheitszieleprozess, hier insbesondere in den Zielbereich „Entwicklung von bedarfsgerechten und qualitätsgesicherten Strukturen und Angeboten der Gesundheitsförderung“.

Wir haben uns in der Koordinierungsstelle „Gesundheitliche Chancengleichheit“ Thüringen zur Aufgabe gemacht:

  • ein Netzwerk in Thüringen zum Thema „Soziale Lage und Gesundheit“ als Plattform zur Diskussion aufzubauen,
  • Beispiele guter Praxis der Gesundheitsförderung mit Menschen in sozial schwierigen Situationen zu identifizieren und darüber zu berichten, um einen wechselseitigen Austausch der Akteure anzuregen,
  • Fachtagungen und Fortbildungen durchzuführen,
  • als Servicestelle Informationen und Materialien zur Gesundheitsförderung zusammen zu tragen und der Fachöffentlichkeit zur Verfügung zu stellen sowie
  • Projekte und Akteure in Thüringen insbesondere zu o.g. Schwerpunkten zu begleiten und zu unterstützen.

 

Im Rahmen der Koordinierungsstelle werden folgende Themen und Projekte bearbeitet:

 

 

Materialien

Poster Koordinierungsstelle

Highlightbericht 2011 zum Wettbewerb "Thüringer Kommunen in Bewegung"

Highlightbericht 2012 zum Schwerpunkt "Arbeitsmarktintegrative Gesundheitsförderung"

Highlightbericht 2013 zum Thema "Umsetzung des kommunalen Partnerprozesses 'Gesund aufwachsen für alle' in Thüringen"

Highlightbericht 2015 zum Thema "Der Fortbildungskatalog Arbeitsmarktintegrative Gesundheitsförderung"

 

 

Ansprechpartnerin

Uta Maercker