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Arbeitsmarktorientierte Gesundheitsförderung

Im Jahr 2011 wurde das Thema „Arbeitsmarktintegrative Gesundheitsförderung“ in die Schwerpunkte der Arbeit der Koordinierungsstelle "Gesundheitliche Chancengleichheit" aufgenommen. Ziel ist es Angebote der Gesundheitsförderung nachhaltig in Maßnahmen der Arbeitsmarktförderung zu integrieren. Sozial benachteiligte Personengruppen nehmen von sich aus gesundheitsfördernde Angebote nicht oder nur selten in Anspruch (Präventionsdilemma). Ursachen hierfür liegen nicht primär in der Person an sich, sondern vielmehr in den strukturellen Rahmenbedingungen dieser Angebote (Komm-Struktur, Stigmatisierung, Kosten). Mit dem in der Gesundheitsförderung propagierten Setting-Ansatz wird diesem „Dilemma“ entgegengewirkt. Angebote zur Gesundheitsförderung werden in die Lebenswelten der Menschen integriert, um einen niedrigschwelligen Zugang zu entsprechenden Angeboten zu ermöglichen. In dem konkreten Fall der arbeitsmarktintegrativen Gesundheitsförderung werden vorhandene Instrumente und Maßnahmen der Arbeitsmarktförderung um Module ergänzt, die sich mit Themen der Gesundheitsförderung befassen. Über die Verbesserung des individuellen Gesundheitszustandes soll die Reintegration den Arbeitsmarkt gefördert werden.

Auf den Seiten des Kooperationsverbundes „Gesundheitliche Chancengleichheit“ finden Sie unter der Rubrik Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen (Link) umfangreiche Informationen, Daten, Materialien und Modellprojekte auf Bundesebene und in den Bundesländern zum Thema.

 

 

Kooperation mit dem Paritätischen Landesverbandes Thüringen bei der Umsetzung des Projektes „CARDEA 2.0“

Die Koordinierungsstelle unterstützte den Paritätischen Landesverband Thüringen bei der Umsetzung des Projektes „CARDEA“ seit 2013. In diesem Kontext sind ein Gesprächsleitfaden für die Arbeit mit Erwerbslosen, 2 Module mit methodischen Anregungen zur Förderung der Gesundheit  von Erwerbslosen sowie bedarfsorientierte Fortbildungen entstanden. Ab 2016 wird diese Kooperation mit einem Stellenanteil im Projekt CARDEA 2.0 weiter ausgebaut, um unter anderem ein weiteres Modul zu erarbeiten und zu erproben.

Unter dem Namen CARDEA startete am 01.01.2013 ein neues Modellprojekt des PARITÄTISCHEN Landesverbandes mit einer Laufzeit bis 31.12.2015. Die übergeordnete Zielstellung des Projektes CARDEA war es, die Gesundheitsförderung von (langzeit-)arbeitslosen Frauen und Männern in Thüringen weiter zu entwickeln und zu verbessern sowie gleichzeitig auch ein Augenmerk auf die Personen (und ihre Gesundheit) zu haben, die mit dieser Zielgruppe arbeiten.

Eine zweite Projektlaufzeit mit dem Titel CARDEA 2.0 startete am 01.01.2016 mit einer Laufzeit bis 31.12.2017. CARDEA 2.0 ist als Begleitstruktur im Bereich der Gesundheitsförderung von Langzeitarbeitslosen Ansprechpartner für gesundheitsrelevante Themen der Integrationsbegleiterinnen und –begleiter des Landesarbeitsmarktprogrammes sowie der Integrationscoaches der TIZIAN-Projekte. Mittelbare Zielgruppen der Beratung sind langzeitarbeitslose Personen aus diesen Projekten. Das Team von CARDEA 2.0 gewährleistet eine kontinuierliche und fachliche Begleitung und Beratung der Träger und deren Mitarbeitenden, die Anpassung gesundheitsfördernder Angebote an die spezifischen Bedarfe der Zielgruppen sowie Beratungsmethoden und Qualifizierung zur Stärkung der Nachhaltigkeit. Für die praktische Arbeit werden Leitfäden erarbeitet, praktisch erprobt und etabliert.

Weiterführende Informationen finden Sie unter www.cardea.paritaet-th.de

CARDEA 2.0 Fachtag „Chancen nutzen – Psychosoziale Gesundheit bei der Integrationsarbeit Erwerbsloser“ am 02.06.2016 in Erfurt

Gesundheit nimmt bei Menschen in Arbeitslosigkeit eine immer größer werdende Rolle ein. Mit dem Schwerpunkt psychosozialer Gesundheit trafen sich am 02.06.2016 im Thüringer Landtag Vertreterinnen und Vertreter aus Bildungsträgern, Jobcentern, Krankenkassen und weitere Interessierte, um gemeinsam in den Austausch zu kommen. Auch für die politische Ebene steht das Thema vermehrt im Fokus. Während der Vormittag von der Staatssekretärin, Ines Feierabend und dem Landesgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN, Herr Reinhard Müller, eröffnet und mit interessanten Vorträgen aus Forschung und Praxis gestaltet wurde, stand am Nachmittag der Austausch in Form von Workshops im Vordergrund. Dabei gab es die Möglichkeit sowohl untereinander als auch mit den Referentinnen und Referenten ins Gespräch zu kommen.

Weitere Informationen  finden Sie hier.

Pressemitteilung

Fortbildungsreihe "Arbeitsmarktintegrative Gesundheitsförderung"

Die Koordinierungsstelle „Gesundheitliche Chancengleichheit“ in Thüringen bietet Fortbildungen zum Thema „Arbeitsmarktintegrative Gesundheitsförderung“ an. Im Rahmen der Veranstaltungen werden auf Basis theoretischer Hintergründe und praktischer Beispiele gemeinsam  mit den Teilnehmern neue passgenaue Ideen und Strategien für die Arbeit in der Praxis entwickelt. Inhalte der Fortbildungen sind u.a.


Folgende Veranstaltungen sind für 2015 geplant:

 

Neben methodischen Anregungen für die Arbeit mit Erwerbslosen und ihren Familien bieten wir Seminare an, die die Arbeitssituation und die Gesundheit der Beschäftigten in Integrationsprojekten etc. in den Fokus nehmen:


Ressourcenstärkendes Training

20. und 21.04.2015, 9.30 – 16.00 Uhr im IB Bildungszentrum in Jena

In den zwei Fortbildungstagen wird das Zusammenspiel von Anforderungen und Ressour¬cen und deren Auswirkung auf unsere Gesundheit und Wohlbefinden veranschaulicht so¬wie die Entstehung von psychischen Belastungen erklärt. Teilnehmende werden für die be¬deutende Rolle der Kommunikation, systemischen Arbeit, Resilienz und Genussfähigkeit sensibilisiert.
 
Kommunikation und motivierende Gesprächsführung
15.06.2015, 9.00 – 16.00 Uhr in der EJBW


Ziel dieser Fortbildung ist es, praktische Kompetenz in der Anwendung der Motivierenden Gesprächsführung zu entwickeln. Dazu werden die Teilnehmenden Schritt für Schritt mit der Grundhaltung sowie der Nutzung der wichtigsten Techniken und Regeln der Motivierenden Gesprächsführung vertraut gemacht. Darüber hinaus werden auch aus der systemischen Motivationsspraxis Methoden vorge¬stellt: wie man mit Klienten ins Gespräch kommt und echt und ungezwungen mit ihnen kommuniziert.
 
Mit Freude zur Arbeit - gelassen nach Hause
22.09.15, 9.00 – 16.30 Uhr im Seminar- und Ferienhaus „Talsperre Heyda“


Im Zentrum der Fortbildung steht die gemeinsame Erarbeitung einer geeigneten Bewältigungsstrategie um den besonderen Herausforderungen des Arbeitsalltags gewappnet ge-genüber zu stehen. Dabei steht die Auseinandersetzung mit sich selbst im Fokus. Im zweiten Teil kommen Methoden aus dem Natur-Coaching zum Einsatz. Während eines ca. einstündigen Spaziergangs durch die Natur werden auf spezielle Art und Weise per¬sönliche Aufgaben, Probleme und Ziele thematisiert. In einer anschließenden Diskussion in der Gruppe soll das Erlebte reflektiert und gemeinsam nach Wegen gesucht werden, wie die erarbeiteten Ziele im Alltag erreicht werden.
 
Psychische Gesundheit und Arbeitsleben  
14. und 15.09.15, 9.00 – 16.00 Uhr in der Bildungs- und Begegnungsstätte „Am Luisenpark“ in Erfurt


Thema des Fortbildungsseminars bildet schwerpunktmäßig die betriebliche Prävention und Gesundheitsförderung: Anhand aktueller Entwicklungen werden Ursachen von Depressio¬nen, Stressfolgeerkrankungen wie Burnout-Syndrom und Abhängigkeitserkrankungen sowie erste Anzeichen von Verhaltensänderungen vorgestellt.
Darauf aufbauend erarbeiten die Teilnehmer Handlungsmöglichkeiten für den betrieblichen Kontext, wobei hier die Vermittlung kommunikativer Fähigkeiten zur Gestaltung von Mitar¬beiter- oder Kollegengesprächen bei beobachteten Auffälligkeiten im Vordergrund steht. Weitergehend werden Maßnahmen zur betrieblichen und persönlichen Vorbeugung psychi¬scher Erkrankungen aufgezeigt.
 
AktivA - Trainerausbildung „Aktive Bewältigung von Arbeitslosigkeit“
23. und 24.11.15 sowie 30.11. und 01.12.15, 9.00 – 17.00 Uhr  beim symbioun e.V. in Gotha


AktivA ist ein an der TU Dresden entwickeltes psychosoziales Training zur Förderung der Gesundheit und Handlungskompetenz bei Erwerbslosen. Dieses Angebot ist speziell an Personen gerichtet, die mit Erwerbslosen im Rahmen von Bildungs- oder Beschäftigungsmaßnahmen, im Ehrenamt oder im Kontext psychosozialer Beratung zusammenarbeiten. Die Trainerausbildung befähigt dazu, das Programm selbst einzusetzen um seine Klienten noch besser zu unterstützen.
Weiterführenden Informationen zum AktivA Training finden Sie unter: http://aktiva.wissensimpuls.de/

AktivA – Reflexionstag
02.11.15, 9.00 – 16.00 Uhr in der Marie-Seebach-Stiftung Weimar


In dieser Folgeveranstaltung zur AktivA-Trainerausbildung stehen die Wünsche, Bedarfe und Erlebnisse der Teilnehmenden im Mittelpunkt. Es wird Zeit und Raum geben, moderiert und methodisch die eigenen Erfahrungen in der Leitung und Umsetzung von AktivA-Kursen zu reflektieren. Dabei sollen sowohl Erfolgserlebnisse als auch „holprig“ erlebte Passagen in den Blick genommen und gemeinsam nach alternativen Wegen geschaut werden.

Zum Veranstaltungskalender und den Anmeldeformularen

Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie Interesse an einer Fortbildung zu diesen Themen haben!

 

 

 

Beratungsangebot für Träger beschäftigungsfördernder Maßnahmen und Jobcenter zum Thema Gesundheitsförderung

Beratung der Fortbildungsakademie der Wirtschaft gGmbH Jena (FAW):

Abgestimmt auf die jeweiligen Bedingungen vor Ort unterstützen wir Sie bei der Entwicklung von gesundheitsfördernden Angeboten im Rahmen der Beschäftigungsförderung. Auf Basis vorhandener Module und Materialien zum Thema beraten wir Sie zur Nutzung dieser in Ihren Maßnahmen und Projekten und entwickeln gemeinsam passgenaue Angebote.

Solch eine erfolgreiche Zusammenarbeit erfolgte 2014 mit der Fortbildungsakademie der Wirtschaft gGmbH (FAW) Jena.  Um Gesundheit für langzeiterwerbslose Menschen „zum Thema“ zu machen, entwickelte die FAW als Träger von Bildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen in enger Kooperation mit dem Jobcenter „Jenarbeit“ und Unterstützung der AGETHUR ein Projekt zur Förderung der Gesundheit von langzeiterwerbslosen Frauen und Männern. Seit April 2014 bietet die AGH „Gesundheitsführer Jena“ langzeiterwerbslosen Menschen die Möglichkeit, sich mit Angeboten zur gesunden Lebensführung in Jena auseinanderzusetzen. Die Teilnehmenden beschäftigen sich intensiv mit Netzwerken und kostenfreien Angeboten rund um das Thema „Gesundheit“ in der Region Jena. Aus den Ergebnissen entsteht ein Gesundheitsführer, der zukünftig den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt in Form einer Homepage oder einer Broschüre zur Verfügung gestellt werden soll.

Darüber hinaus bietet die FAW Jena seit September 2014 im Rahmen der Maßnahme PROAKTIV Module zur Gesundheitsorientierung und Stabilisierung der langzeitarbeitslosen Teilnehmenden an. Die integrierten Gruppenangebote, Gruppentrainings und Einzelcoachings ermöglichen den Teilnehmenden eine schrittweise Heranführung an die (Wieder-) Herstellung der Beschäfti-gungsfähigkeit. Dabei werden gemeinsam mit den Teilnehmenden bedarfsorientiert Themen wie z.B. Ernährung, Bewegung und Stressregulation bearbeitet, das persönliche Gesundheitsverhalten reflektiert und eine Tagesstruktur aufgebaut.
Den gesamten Artikel können Sie auf der Internetseite des Kooperationsverbundes „Gesundheitliche Chancengleichheit“ abrufen. (Link)
 

Fachtagung „Arbeitslosigkeit und Gesundheit. Strukturen. Angebote und Ressourcen" am 27. November 2013

Gemeinsam mit dem Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit und dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie lud die AGETHUR in den Thüringer Landtag an, um das Thema mit Akteuren aus den TIZIAN-Projekten (Thüringer Initiative zur Integration und Armutsbekämpfung – Nachhaltigkeit), den Beschäftigungsprojekten des Landesarbeitsmarktprogrammes, Jugendämtern, Jobcentern, der Bundesagentur für Arbeit und aus Wohlfahrtsverbänden zu diskutieren. (mehr dazu)


Veranstaltungsdokumentation (in Kürze)

 

 

Trainerausbildung zum Programm „AktivA“

AktivA, ein an der TU Dresden entwickeltes psychosoziales Training zur Förderung der Gesundheit und Handlungskompetenz, ist speziell an Personen gerichtet, die mit Erwerbslosen im Rahmen von Bildungs- oder Beschäftigungsmaßnahmen im Ehrenamt oder im Kontext psychosozialer Beratung zusammenarbeiten. Die Trainerausbildung befähigt dazu das Programm selbst einzusetzen, um die Klienten noch besser unterstützen zu können. Mit dem Erlernen der Anwendung des AktivA-Trainings und dem Erhalt des Zertifikates verfügen die Teilnehmer über ein nachweislich wirksames Werkzeug, um die Betreuung erwerbsloser Menschen deutlich zu verbessern. Die Evaluation des Programms hat gezeigt, dass sich sowohl subjektive als auch objektive gesundheitsbezogene Kriterien der teilnehmenden Erwerbslosen nach dem AktivA-Training verbessern. Die Erwerbslosen erhalten durch die Anwendung des Programms also einen wesentlichen Vorteil zur Steigerung ihrer Lebensqualität: Das Kennenlernen von Handlungs- und Denkweisen zur Verbesserung der eigenen Gesundheit (http://aktiva.wissensimpuls.de).
Im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Soziales, Familie und Gesundheit organisierte die Koordinierungsstelle „Gesundheitliche Chancengleichheit“ in vier Thüringer Regionen (Ostthüringen und Nordthüringen im Jahr 2012; Westthüringen und Mittelthüringen im Jahr 2013) die viertägige Ausbildung von jeweils bis zu zwölf Integrationscoaches der TIZIAN-Projekte. Die Fortbildung wurde von der Firma Wissensimpuls aus Dresden umgesetzt, die mit der Verbreitung des Programms beauftragt ist.

Ansprechpartnerinnen

Frau Uta Maercker

Frau Maria Sauerbrei