Landesvereinigung für
Gesundheitsförderung
Thüringen e.V.




Prozessbegleitung "Gesund alt werden im Quartier"

Aktuelles zum Begleitformat der AGETHUR

Zu Hause ist… wo wir unseren Alltag erleben, Aktivitäten starten, liebe Menschen treffen, Ruhe finden und Geborgenheit erfahren. Aber was, wenn der Einkaufsladen an der Ecke schließt, vertraute Nachbarn fortziehen, Partner oder Freunde nicht mehr da sind und die gewohnten Wege schwerer als zuvor erscheinen? Das höhere Lebensalter stellt jeden vor ganz unterschiedliche Herausforderungen.

Der Anteil älterer Menschen in Thüringer Kommunen nimmt stetig zu. In einzelnen ländlich geprägten Ortsteilen und städtischen Wohnvierteln ist der höhere Anteil älterer Menschen bereits sichtbar. Mehr als für junge Menschen wird im Alter der unmittelbare Wohn- und Lebensort immer wichtiger. Die meisten Älteren möchten solange wie möglich selbständig zu Hause und in ihrem gewohntem Umfeld leben.

In den Thüringer Stadtteilen und Landgemeinden gibt es viele Ideen, wie ein gutes und selbstbestimmtes Altwerden für alle Generationen gestaltet werden kann. Um die Menschen vor Ort bestmöglich dabei zu unterstützen, startet die AGETHUR zum 1. Mai ihr intensives Begleitformat in zwei Thüringer Modellquartieren. Mit dieser Prozessberatung werden die Quartiersakteure bedarfsgerecht unterstützt, beraten, fortgebildet und bei der Umsetzung ihrer Ideen für eine gute Lebensqualität im Alter begleitet.

Bis zum 28.02.2018 konnten sich Thüringer Quartiersakteure für das intensive Begleitformat in zwei Modellregionen bewerben. Insgesamt 16 Motivationsschreiben von Akteuren aus unterschiedlichen Regionen Thüringens haben das AGETHUR-Team erreicht. Bewerbungen von Akteuren aus Stadtvierteln (=12) sind häufiger eingegangen, als von Akteuren aus ländlichen Regionen des Freistaats (=4). Die Initiative sich auf die Prozessbegleitung der AGETHUR zu bewerben ging am häufigsten von Wohlfahrtsverbänden (=4) und einem Quartiersmanagement (=3) aus. Weiterhin bewarben sich Vereine, Architekten, Stiftungen, Stadtverwaltungen und freie gemeinnützige Träger sozialer Dienstleistungen für das Begleitangebot.

Wie können Nachbarschaften gestärkt und ehrenamtliches Engagement gefördert werden? Wie erreicht man isoliert lebende Ältere in ihren Wohnungen? Welchen Bedarf haben ältere Menschen nach Dienstleistungs-, Pflege, Sozial- und Kulturangeboten in ihrem Wohnviertel? Wie stärkt man Kooperation und Vernetzung im Quartier und sichert die Nachhaltigkeit von Angeboten? Diese Fragen und viele weitere Themen bewegen die Quartiersakteure in den Motivationsschreiben.  

Vom 1. März bis 15. April fanden erste Gespräche mit den Quartiersakteuren statt, um die Vorstellungen und Erwartungen an eine Zusammenarbeit mit der AGETHUR zu beraten. Welche Quartiere am Begleitformat teilnehmen werden erfahren Sie hier am 25.04.2018. 

Die Entscheidung ist gefallen!

Zum 1. Mai starten wir unser neues Begleitformat in den Thüringer Wohnsiedlungen Ilmenau „Am Stollen“ und Meiningen-Jerusalem.

Die Wohnsiedlung Meiningen-Jerusalem befindet sich im Norden der Stadt Meiningen. Von weitem sichtbar sind die mehrgeschossigen Wohnhäuser aus den 1970er Jahren. Etwa ein Drittel der 3300 Einwohnerinnen und Einwohner sind über 65 Jahre alt. „Wir beobachten in unserem Viertel seit einigen Jahren einen Rückgang von Treffpunkten durch den Weggang von Gastronomie, Industriebetrieben und Einzelhandel“ beschreibt Thomas Kranke (Koordinator Neue Arbeit Thüringen e.V.) die Situation im Viertel. Von dem Begleitformat der AGETHUR erhoffen sich die Akteure „(…) richtungsweisende Wege aufgezeigt zu bekommen,um langfristig mehr Wohlbefinden im Quartier zu ermöglichen.“ (Thomas Kranke).

Die Stadt Ilmenau befindet sich am Nordrand des Thüringer Waldes etwa 50km südlich der Landeshauptstadt Erfurt. Südöstlich vom Stadtzentrum liegt das Wohngebiet „Am Stollen“. In dem Alt- und Plattenneubaugebiet leben 7500 Menschen. Etwa jede dritte Person im Stadtteil ist über 65 Jahre alt. Um die Lebensqualität zu erhalten wollen die Akteure vor Ort „(…) gemeinsam dafür Sorge tragen, dass die Senioren und Seniorinnen vielfältige und niedrigschwellige Angebote in ihrer nächsten Umgebung vorfinden können.“ (Elisa Hoppe, AWO-Quartiersmanagerin „Am Stollen“).

Wir freuen uns als Team der AGETHUR auf die künftige Zusammenarbeit mit den Akteuren in den Modellquartieren.

An dieser Stelle möchten wir uns ausdrücklich bei allen Bewerbern für das Begleitformat „Gesund alt werden im Quartier“ bedanken. Wir haben in den vergangenen Wochen viele engagierte Menschen kennengelernt, die kreative Ideen mitbringen und hoch motiviert sind, die Lebensqualität älterer Menschen in ihren Wohnvierteln zu verbessern. Aufgrund des hohen Interesses möchten wir mit einem neuen Beratungsangebot ab 1. August weitere Quartiersakteure dabei unterstützen ihre Projektideen zur Gesundheitsförderung älterer Menschen umzusetzen. Nähere Informationen zu diesem neuen Angebot werden in Kürze veröffentlicht.